Eigentlich sollte diese Geschichte viel früher kommen, aber die Zeit war wieder einmal schneller.
Vor fast einem Jahr war ich im Gotthard Basistunnel mit seinen 57 km Länge ist er zur Zeit der längste auf der Welt. Man kann sich nur als Gruppe anmelden und dies 2 Jahre im voraus. Zunächst gab's im kleinen Museum eine kurze Einführung, dann mussten wir auf einer Liste eintragen, wer zu benachrichtigen wäre, wenn -
Hier eine Uebersicht über den Werkplatz Sedrun
Es gibt 2 Tunnelröhren und 180 Querverbindungen, ist man einmal drin, ist es sehr verwirrlich.
Nächste Etappe der Schräglift zu den Umkleideräumen. Ja, man muss sich bis auf die Unterwäsche ausziehen und in einen situationsgerechten Overall steigen. Da unten ist nämlich nicht die Kälte ein Problem, sondern die Hitze, bis 60 Grad ohne die Wärme von Maschinen. Nun also der Schräglift.
Dabei sieht man auch die Unterkünfte der 650 Beschäftigten.
Na ja, pro Mann ein Container, 10 Quadratmeter Platz.
So sahen wir wenig später auf dem Weg zur Tunnelbahn alle aus. An der Helmfarbe erkennt man die Funktion. Besucher haben rote Köpfe, einen Notfallrucksack mit Batch, eine Taschenlampe und Gummistiefel. Bevor es richtig losging, mussten wir durch ein Drehkreuz, bei dem der Batch auf dem Rucksack eingelesen wurde - und entsprechend am Ende ein zweites Mal. Kontrolle muss sein.
Dann kam die Tunnelbahn bis zum Lift:
und schliesslich ein letztes Umsteigen in den Lift, der 800 Meter in die Tiefe sauste.
Und dann endlich unten.
Da bleibt einem die Sprache weg, respektive passen nur noch Wörter wie gigantisch, grandios. Es ist einfach riesig.
Und da, mitten drinn, der Mensch
Die üblichen Baucontainer fallen da gar nicht sonderlich auf.
Wie gesagt, es ist heiss da unten, während oben Winter herrscht.
Kein Mineur würde in die Schicht einfahren ohne ein Gebet zur heiligen Barbara und kein Mineur würde aus der Schicht fahren ohne Dank für ihren Schutz. Ja, wenn die Arbeit gefährlich ist, besinnt man sich auf Gott, die Dinge hinter den Dingen.
Glücklicherweise braucht es die Trage nicht alllzu häufig, wie man sieht. Doch immerhin haben in den vergangenen 10 Jahren doch 8 Arbeiter das Leben verloren.
Man ist sich ihrer permanent bewusst.
Der Tunnel hat viele Gesichter
Informationen und Laufschritt wechselten sich ab. Meistens nicht gerade optimale Bedingungen für eine Fotografin. Glücklicherweise passte jemand auf, dass ich nicht verloren ging, was schnell und leicht hätte passieren können.
Kunst am Bau könnte man die folgenden Bilder nennen.
Und hier endlich Maschinen
Bis zur Tunnelbohrmaschine kamen wir natürlich nicht, das wäre viel zu gefährlich gewesen. Auch die nur in Superlativen: 460 Meter lang mit einem Bohrkopf von durchschnittlich 9 Meter Durchmesser.
Und hier nun der Mensch. Ausser am Barbaratag wird pausenlos in 3 Schichten gearbeitet. Die Arbeiter fahren für die 4 freien Tage einen Weg von zum Teil über 1000 km, um kurz zu Hause sein zu können.
Schienen und Räder
Die stillere Seite
Lift für Steine,
Lift für Menschen
Nach gut 3 Stunden hatte uns das Licht wieder.
Und wer es von euch ganz genau wissen will, geht auf die Seite alptransit.ch



















































































